Forschung und Entwicklung
Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der NORMA Group zielen darauf ab, technologische Trends frühzeitig zu erkennen und gezielt zu adressieren. Dadurch soll die Erreichung der strategischen Unternehmensziele optimal unterstützt werden. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung neuer Produkte und Systemlösungen, um neue Märkte und Kundengruppen bestmöglich zu erschließen. Die NORMA Group verfolgt den Ansatz, neue Technologien danach zu beurteilen, inwiefern sie dazu dienen, bestehende Prozesse zu optimieren, den Einsatz von Material zu minimieren oder die Funktionalitäten und die Nachhaltigkeit der Endprodukte weiter zu verbessern. Ziel der NORMA Group ist es dabei, einen Mehrwert für ihre Kunden zu generieren. Der Fokus liegt auf innovativen und hoch qualitativen Lösungen für die globalen Herausforderungen der jeweiligen Endmärkte. Dazu zählten im Geschäftsjahr 2024 die Themen Digitalisierung, stationäre Energiespeichersysteme und Wasserstoff als alternativer Energieträger neben dem Bereich Elektromobilität und dem Wassermanagement. Effiziente Ressourcennutzung und der Schutz der Umwelt spielen neben den spezifischen Markt- und Kundenanforderungen eine bedeutende Rolle.
Die F&E-Abteilungen unterstützen als Gruppenfunktion gleichermaßen die strategischen Geschäftseinheiten Industry Applications und Mobility & New Energy sowie den Bereich Water Management. Dies ermöglicht eine optimierte überregionale Zusammenarbeit der Teams und eine enge Verzahnung der Entwicklungstätigkeiten mit den Business Development Teams (Vertrieb und Application Engineering). Der ausgeprägte globale Fokus der Geschäftseinheiten ermöglicht ein zielgerichteteres und effizienteres Bearbeiten von anstehenden Aufgaben. Gleichzeitig werden die Themen und Projekte weiterhin nach den strategischen Vorgaben, zum Beispiel durch das Innovation Council und das Global Product Management, priorisiert.
Fokus auf Innovationen
Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der NORMA Group liegt auf der Erhaltung und Stärkung der Innovationskraft des Unternehmens. Innovative Technologien, Lösungen und Produkte sind das Fundament der NORMA Group. Damit stehen die systematische Planung und Umsetzung von Neu- und Weiterentwicklungsprojekten unverändert im Fokus. Die Beobachtung der strategischen Endmärkte und die Integration des erlangten Wissens in den internen Innovationsprozess sind gemeinsame Aufgaben des sogenannten Foresight Managers und des Global Product Managements.
Im Geschäftsjahr 2024 hat die NORMA Group das oben beschriebene Konzept von Innovation, Forschung und (Produkt-)Entwicklung fortgeführt und weiter optimiert. Der Prozess ausgehend von einer Produktidee über die Konzeptentwicklung bis zur Design-Konkretisierungsphase wurde neu durchdacht. Schnittstellen zum Manufacturing Engineering und zur Industrialisierung der Produkte wurden neu definiert. Die erarbeiteten Lösungen und Ansätze sind in organisatorische Anpassungen innerhalb der F&E-Teams eingeflossen und sollen auch in den folgenden Jahren genutzt werden. Durch eine erhöhte Effizienz in der Produktentwicklung will die NORMA Group Mehrwert generieren. Im Detail sollen durch den konsequenten Einsatz von Technologien, wie beispielsweise der numerischen Simulation, und den engen Austausch zwischen Produkt-Experten innerhalb der gesamten globalen F&E-Organisation eine verbesserte Durchgängigkeit mithilfe einer reduzierten Anzahl an Schnittstellen und kürzere Entwicklungszeiten („Time-to-Market“) erzielt werden.
Numerische Simulation und Validierung neuer Technologien
Anspruch der NORMA Group ist es, zukunftsweisende Technologien, die basierend auf den weltweiten Megatrends identifiziert werden, in die Entwicklung und das Design der Produkte einfließen zu lassen. Bei der effizienten Entwicklung und der Optimierung neuer Produktkonzepte spielen mathematische Modelle und numerische Simulationen insbesondere in den frühen Entwicklungsphasen eine wesentliche Rolle. Die jeweiligen Konzepte werden neben den theoretisch-technischen Untersuchungen – sogenannte Verifizierung – auch folgenden umfangreichen physischen Tests unterzogen: sogenannte Validierung. Die neue Perspektive auf die physikalischen Mechanismen, die uns die Simulation eröffnet, verbessert das Verständnis unserer Produkte und Prozesse. Dies ermöglicht eine zielgerichtetere und effizientere Produktentwicklung und -optimierung. Dadurch können benötigte Entwicklungszeiten optimiert werden. Die Anzahl der experimentellen Optimierungsschleifen inklusive der dafür jeweils benötigten Zeiten zum Herstellen von Prototypen und Prüfungen im Labor lässt sich dadurch reduzieren. Die abschließende experimentelle Validierung neuer Produkte bestätigt im Idealfall die zuvor über die Simulation ermittelten Produkteigenschaften. Die Simulation dient dazu, sicherzustellen, dass die untersuchten Produkte, Technologien, Materialien und Fertigungsprozesse den Anforderungen des Marktes gerecht werden.
Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen
Innerhalb der strategischen Geschäftseinheit Industry Applications konzentrieren sich die Anforderungen der Kunden der NORMA Group auf eine hohe Qualität, ein starkes Markenimage und die jederzeitige Verfügbarkeit der Produkte in einem weitestgehend kompletten Sortiment. Traditionell betrachtet adressierten im Jahr 2024 die Aktivitäten im Bereich Industry Applications das Handelssegment. Ein neuer Ansatz für die NORMA Group ist hierbei auch die vermehrte Einbeziehung des individualisierten Produktansatzes. Die spezifischen Kundenanforderungen rücken dabei stärker in den Fokus. Durch das Erkennen und Verstehen der jeweiligen Kundenanwendungen ergibt sich Optimierungspotenzial für das bestehende Produktportfolio und darüber hinaus entstehen potenzielle Neuimpulse. Die NORMA Group zielt darauf ab, auch neue Produktlinien angepasst an den individuellen Kundenbedarf und neue Marktanforderungen zu entwickeln.
Die strategische Geschäftseinheit Mobility & New Energy ist dadurch gekennzeichnet, dass die NORMA Group in engen Kooperationen mit ihren Endkunden, führenden Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Lieferanten und anderen externen Partnern arbeitet. Auf diese Weise können die Anforderungen der Kunden direkt in die Entwicklung neuer Produkte und Technologien einfließen. Im Geschäftsjahr 2024 haben sich die Aktivitäten vor allem auf kundenspezifische Lösungen im Fluid-Handling konzentriert. Aus Wettbewerbsgründen wird von einer Veröffentlichung konkreter Inhalte im Rahmen dieser Entwicklungskooperationen abgesehen.
Im Bereich Water Management hält die NORMA Group aufgrund der vielfältigen Standards, unterschiedlichen regulatorischen Vorgaben und Best Practices einen engen Kontakt mit Distributoren und Endkunden, Installateuren, Handels- und Bauunternehmen sowie Regulierungsbehörden. Auf diese Weise können differenzierte Produktlösungen entwickelt werden, die die lokalen Marktbedürfnisse bedienen.
Entwicklungsschwerpunkte 2024
Die Schwerpunkte im Bereich Produktentwicklung und Produktweiterentwicklung wurden im Geschäftsjahr 2024 durch die Trendthemen Nachhaltigkeit, Mobilität, Digitalisierung und Globalisierung bestimmt.
In der strategischen Geschäftseinheit Industry Applications ist der Bereich der alternativen Energiegewinnung und -speicherung ein wesentlicher Trend. Erste Erfolge dazu wurden im Jahr 2024 bereits verkündet. Dazu gehört zum Beispiel die Ausstattung für ein Kühlsystem eines Energiespeichers in Deutschland. Dabei unterstützen die Produkte der NORMA Group die Temperierung von stationären Batterien. Weitere Anwendungsfelder in der Industrie und adaptierte Produktanwendungsgebiete, darunter auch das Gebiet „Weiße Ware“, wurden im Geschäftsjahr 2024 ebenfalls adressiert. So hat die NORMA beispielsweise für einen Haushaltswarenhersteller in den USA eine speziell angefertigte TORRO-Metallschelle für die Anwendung in Spülmaschinen entwickelt. Für den Auftrag wurden eine neue Kombination aus dem in Europa entwickelten und hergestellten Schellenband und einer Schraube nach angloamerikanischem Maßsystem konzipiert. Dies ist ein Exempel für den neuen Ansatz der NORMA Group im Bereich Industry Applications, das zeigt, wie zusätzlich zu dem traditionellen Vertriebsweg über Distributoren neues Geschäft direkt mit Herstellern von Maschinen und Geräten aus verschiedenen Industrien aufgebaut werden kann. Der Konzern legt den Fokus darauf, mit der Entwicklungsexpertise innerhalb der Gruppe kontinuierlich neue Kunden in relevanten Märkten zu gewinnen und die Marktposition im Bereich Industry Applications mittelfristig auszubauen.
Im Bereich der Elektromobilität innerhalb der strategischen Geschäftseinheit Mobility & New Energy bleibt das Thermomanagement von Batterien und Systemen unverändert ein Schlüsselthema. Dafür entwickelt die NORMA Group beispielsweise spezielle Leitungssysteme, die in Thermomanagementsystemen von Hybrid- und Elektrofahrzeugen Anwendung finden und dort für eine gleichmäßige Temperaturverteilung in der Batterie und die Einhaltung des optimalen Betriebszustands der Zellen sorgen. Das konsequente Einsetzen der numerischen Simulation hat hier maßgeblich zur Entwicklung von Fluidkomponenten und -systemen mit niedrigsten Durchflusswiderständen und damit maximierter Effizienz und Ressourcenschonung geführt. Daneben fokussierten sich Innovationen im Jahr 2024 auf das Ziel der Markt- und Technologieführerschaft. Neben neuen Produktlösungen wurde hier auch maßgeblich an dem Transfer bestehender Produktkonzepte zwischen den einzelnen strategischen Geschäftseinheiten der NORMA Group gearbeitet. So konnte 2024 der Einstieg in das neue Anwendungssegment Wärmepumpen sowie ein verstärktes Geschäft mit Erstausrüstern generiert werden. Die kontinuierliche Verbesserung von Produkten anhand der Gesichtspunkte Effizienz, Standardisierung, Robustheit, Ressourcenschonung und Gewichtsersparnis wird dabei kontinuierlich mitberücksichtigt. Darüber hinaus ist die NORMA Group weiterhin im Bereich der Brennstoffzellen aktiv und liefert hier Leitungssysteme und Befestigungselemente. In diesem Umfeld laufen weitere Projekte, die dazu beitragen, den Einsatz bestehender und
neuer Produktlösungen in der Brennstoffzellentechnologie vorzubereiten. Beispiele dafür sind die Entwicklung von Bauteilen aus speziellen Kunststoffgüten, welche die neuen Kundenanforderungen an Wasserstoffleitungssysteme erfüllen.
In der strategischen Geschäftseinheit Water Management lag der Fokus der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf marktorientierten, innovativen Lösungen für den effizienten und nachhaltigen Umgang mit Wasser. Die Entwicklung neuer Produkte und Technologien orientierte sich an steigenden Anforderungen in den Bereichen Benutzerfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Dank der umfassenden internen Expertise und der engen Zusammenarbeit mit Kunden, Vertriebspartnern und Behörden konnte das bestehende Produktportfolio gezielt an Marktbedürfnisse angepasst und durch innovative Neuentwicklungen ergänzt werden. Ein Beispiel für eine Entwicklung im Geschäftsjahr 2024 ist ein wiederverwendbarer Klemmverbinder für die Bewässerungsanwendung, der einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und Reduzierung von Kunststoffabfällen leistet. Im Entwässerungsmanagement standen technologische Fortschritte in der Wasserrückgewinnung und -filtration im Fokus. Neue Entwicklungen in den Bereichen unterirdische Entwässerungssysteme, flexible Entwässerungslösungen sowie innovative Konzepte zur Erhöhung der Wasserdurchlässigkeit von Bodenflächen tragen dazu bei, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Starkregenereignissen zu verbessern und die Wasserqualität langfristig zu sichern. Im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der NORMA Group wurden zudem weitere Initiativen gestartet, um den Einsatz recycelter und umweltfreundlicher Rohstoffe im Produkt- und Prozessdesign zu steigern. Dies unterstreicht das kontinuierliche Bestreben der NORMA Group, innovative Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile für ihre Kunden bieten.
Know-how durch Patente geschützt
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der NORMA Group ist das spezifische Know-how im Bereich Verbindungstechnologie. Aus diesem Grund schützt der Konzern seine Innovationen durch entsprechende Patente. Zum 31. Dezember 2024 wurden insgesamt 719 Patente und Gebrauchsmuster (2023: 729) gehalten; die Zahl der Patente ist damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. Sowohl bei der Zahl der internen Erfindungsmeldungen (2024: 25, 2023: 20) als auch bei der Zahl der neu eingereichten Patentanmeldungen (2024: 41, 2023: 28) kann gegenüber dem Vorjahr ein deutlicher Anstieg verzeichnet werden.
F&E-Aufwendungen
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung summierten sich im Jahr 2024 auf EUR 50,8 Mio. (2023: EUR 44,3 Mio.). Dies entspricht rund 4,4 % (2023: 3,6 %) des Gesamtumsatzes der NORMA Group im Geschäftsjahr 2024. Die Aktivierungsquote, das heißt der Anteil der aktivierten Eigenleistungen an den Ausgaben, betrug im aktuellen Berichtsjahr 12,9 % (2023: 6,8 %).
Beschäftigte im F&E-Bereich
Zum 31. Dezember 2024 beschäftigte der Konzern im Bereich Forschung und Entwicklung 338 Mitarbeiter (2023: 316 Mitarbeiter) weltweit. Dies entspricht rund 5,6 % der Stammbelegschaft (2023: 5,3 %).
F&E-Kennzahlen | T015 | |||||
---|---|---|---|---|---|---|
2024 | 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | ||
Beschäftigte im F&E-Bereich | Anzahl | 338 | 316 | 311 | 343 | 340 |
Anteil der F&E-Mitarbeiter | % der Stammbelegschaft | 5,6 | 5,3 | 5,0 | 5,5 | 5,1 |
F&E-Ausgaben | EUR Mio. | 50,8 | 44,3 | 40,6 | 38,0 | 29,0 |
F&E-Quote | % vom Umsatz | 4,4 | 3,6 | 3,3 | 3,5 | 3,1 |
Erfindungsmeldungen | Anzahl | 25 | 20 | 21 | 25 | 22 |
Legende
Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).